Neue Chursächsische Postcharte von 1753

Der von Daniel Pöppelmann erbaute Dresdner Zwinger und das Jagdschloß Moritzburg sind signifikante Zeugnisse für die großartigen baukünstlerischen Leistungen, die das Zeitalter des Barock in Sachsen hervorbrachte. Weniger bekannt jedoch ist, dass auch auf dem Gebiet der Landmessung und Kartographie in jener Kunstepoche Bedeutendes geleistet wurde. Die „Neue Chursächsische Postcharte“, die erstmals 1736 veröffentlicht, 1753 „aufs neue revidirt“ wurde und nunmehr in einem vom Dingsda-Verlag Querfurt angebotenen Reprint zugänglich ist, stellt ein eindrucksvolles Beispiel für den hohen Standard dar, den die Kunst der Kartographie im Augusteischen Zeitalter erreichte.

Eng mit dieser Kulturleistung verbunden ist der Name Adam Friedrich Zürner (1679 – 1742). Von 1705 bis 1722 hatte Zürner als Pfarrer in Skassa bei Großenhain gewirkt. Dadurch, dass er sich ab 1712 intensiv mit der Landvermessung zu beschäftigen begann, erregte er die Aufmerksamkeit August des Starken, der ihm den Titel eines Hofgeografen verlieh und den Auftrag erteilte, für ganz Kursachsen Landkarten zu verfertigen. Von 1721 bis zu seinem Tode stand Zürner als Land- und Grenzkommissar in den Diensten des Kurfürsten. Als solcher veranlasste er auch die Aufstellung der Postmeilensäulen, die noch heute, vielfach restauriert, auf den Marktplätzen zahlreicher sächsischer Städte zu finden sind. Zürners wegweisende kartographische Leistung fand ihren überzeugendsten Ausdruck in dem 1745/52 in Amsterdam gedruckten Schenckschen „Neuen Sächsischen Atlas“.

Die vorliegende Karte wurde nach dem Original (121 x 92 cm) gedruckt und besitzt eine Abmessung von 96 x 57,8 cm. „Auf allergnädigsten Befehl“ sind drinnen das „ChurFürstenthum Sachsen mitsamt seiner incoporirten Lande wie auch anderer angränzenden Vestungen, Städte, Flecken und notabelsten Schlösser, Güther und Dörffer“ eingetragen. Für Liebhaber historischer Landkarten und nachforschende Leser, die an der sächsischen Heimatgeschichte interessiert sind, dürfte es ein spannendes Erlebnis sein, der für die damalige Zeit mit erstaunlicher Präzision dokumentierten politischen Geografie und der Fülle der in einem ausführlichen Register verzeichneten Orte nachzuspüren. Aber auch diejenigen, die in einer historischen Karte die handwerkliche Meisterschaft und das Kunstwerk zu würdigen vermögen, werden voll auf ihre Kosten kommen. Symbolische Randzeichnungen aus dem Milieu des Postwesens und landestypische Details zieren die vierfarbige Wiedergabe.

Rudolf Scholz

 

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